Mitwirkung

In einer lebendigen Genossenschaft gibt es verschiedene Möglichkeiten, Prozesse und Projekte aktiv mitzugestalten. So auch in der ABZ.

Ein Beitrag für eine lebendige ABZ

Die Mitwirkung unserer Mitglieder und Bewohner/innen ist ein wichtiger Pfeiler der ABZ. Insbesondere auf Siedlungsebene zeigt ihr Engagement grosse Kraft: Hier bildet es einen wichtigen Beitrag zur Wohnqualität, einer lebendigen Nachbarschaft und kulturellen Vielfalt.

In der Praxis ist ein gemeinsames Verständnis von “Mitwirkung” essentiell für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Dieses entsteht wiederum nur im Dialog. Ab Mai 2014 haben engagierte Bewohner/innen, Siko-Mitglieder und die Geschäftsstelle der ABZ einen Prozess zum Thema Mitwirkung durchgeführt mit dem Ziel, eine lebhafte Mitwirkungskultur innerhalb der ABZ zu verankern: engagierte Bewohnergruppen, Siedlungskommissionen (Sikos) und Mitarbeitende gehen offen aufeinander zu und verständigen sich über Anliegen und Ziele. Dabei loten sie Möglichkeiten und Grenzen aus, damit aus Ideen realisierbare Projekte werden. So können sie auf vielfältige Weise miteinander das Siedlungsleben gestalten.

Die Ergebnisse dieses Prozesses sind ab sofort auf der Mitwirkungskarte festgehalten. Sie gibt die Grundhaltung der ABZ wieder und dient den Beteiligten als Unterstützung im Dialog.

Mitwirkungsmodell als Orientierungshilfe

Das ABZ-Mitwirkungsmodell ist für engagierte Bewohnergruppen/Sikos und Mitarbeitende ein nützliches Instrument, Möglichkeiten und Grenzen einer Projektidee zu klären. Dabei stehen Information und Austausch am Anfang eines jeden Projektes. Zusammen wird abgesprochen, welche Mitwirkungsstufe möglich ist und wie die Projektidee umgesetzt werden soll.

Es ist nicht das Ziel, immer eine möglichst hohe Mitwirkungsstufe zu erreichen, sondern die jeweils passende zur Projektidee zu finden. Ein wichtiger Einflussfaktor ist dabei die Ergebnisoffenheit. Die einzelnen Mitwirkungsstufen unterscheiden sich wie folgt:

Anhörung Betroffene werden angehört und deren Meinungen unter Umständen in die Lösung miteinbezogen.
Mitsprache Betroffene werden als Expert/innen angesprochen und deren Meinungen berücksichtigt, die Entscheidungskompetenz liegt jedoch bei der verantwortlichen Person.
Mitentscheidung Betroffene wirken in der Entscheidungsfindung verbindlich mit (z.B. mittels Stimmrecht)
Mitverantwortung Betroffene wirken bei Entscheidungen über Massnahmen mit und beteiligen sich aktiv an der Umsetzung

 

Projektbeispiel Gemeinschaftsraum Balberstrasse

(Foto: Genny Russo)

Für die Einrichtung von Gemeinschaftsräumen in neuen Siedlungen verfügt die Bauabteilung über ein bestimmtes Budget. Beim Ersatzneubau Balberstrasse 2 durften erstmals die Bewohner/innen über dieses Budget verfügen und den Raum nach ihren Bedürfnissen einrichten. Bedingung war die Prozessbegleitung durch den Projektleiter Wohn- und Lebensqualität aus der Abteilung Soziales und ABZ-Kultur. Ausserdem musste das Einrichtungskonzept samt Budget an einer Siedlungsversammlung abgenommen werden.

Zum Auftakt organisierten engagierte Bewohner/innen eine Veranstaltung, zu der sich rund 50 Interessierte einfanden. Nun galt es, die Verbindung zwischen der engagierten Gruppe, der Siko, der Geschäftsstelle und dem Stützpunkt herzustellen, Interessen anzugleichen und Haltungen zu (er)klären. Die Arbeit innerhalb der Gruppe gestaltete sich meist lustvoll, war jedoch auch anspruchsvoll. Hier versuchte der Projektleiter, die Mitarbeiter/innen aus Geschäftsstelle und Stützpunkt einerseits für die Sicht der Freiwilligen zu sensibilisieren. Andererseits machte er die engagierten Bewohner/innen mit den Abläufen innerhalb der ABZ vertraut.

Das aktuelle Ergebnis: Die Mitarbeiter/innen der Bauabteilung lassen sich auf «unfertige» Räume ein. Sie haben wenig Aufwand bezüglich Einrichtung, werden aber von der Bewohnergruppe um Rat gefragt. Diese wiederum hat sich gefunden, eine Idee für den Raum entwickelt und einen Grossteil der Einrichtung eingekauft bzw. organisiert. Der Kontakt zur Siedlungskommission ist hergestellt und erzeugt bereits Wirkung in Form von einem gesprochenen Betriebsbudget sowie jeder Menge Wohlwollen. Im Juni 2016 wurde der Raum etwa ein halbes Jahr nach Projektstart eingeweiht.

Wer ist die Ansprechperson?

Die Projektleiter/innen Wohn- und Lebensqualität  unterstützen Sie gerne bei der Umsetzung Ihrer Mitwirkungsprojekte:

  • Siedlungen der Stützpunkte Sihlfeld und Balberstrasse: Marco Hort, 044 455 57 50
  • Siedlungen der Stützpunkte Oerlikon und Ruggächern: Regula Doppmann, 044 455 57 51

Generelle Inputs, Anregungen und Fragen können Sie gerne an Faust Lehni, Leiter Soziales und ABZ-Kultur, Tel. 044 455 57 25, richten.

Gesuchsformular Anliegen und Ideen (zum Ausdrucken und von Hand ausfüllen)

Gesuchsformular Anliegen und Ideen (für die Bearbeitung am Computer)

Machen Sie mit – wir freuen uns über Ihren Beitrag zu einer lebendigen ABZ!