Unerwünschte Exoten

Seit der Entdeckung Amerikas hat der Mensch aus aller Welt Pflanzen nach Europa eingeführt, die hier nicht heimisch sind. Diese können unserer biologischen Vielfalt schaden.

Robinie, Kirschlorbeer, Sommerflieder – sie alle schmücken unsere Gärten und beglücken unser Auge mit ihrer blühenden Pracht. Nur: Sie alle sind auch Neophyten. Das sind Pflanzen, die seit der Entdeckung Amerikas 1492 mit oder ohne Absicht in Gebiete eingeführt wurden, in denen sie nicht heimisch waren. Das kann für die biologische Vielfalt problematisch sein.

In der Schweiz leben über 3000 wilde Pflanzenarten – 500 bis 600 davon sind Neophyten. Diese können in zwei Gruppen eingeteilt werden: Die einen schaden unserer biologischen Vielfalt nicht, bieten unserer Tierwelt aber kaum Nahrung. Denn die heimische Tierwelt ist nicht auf diese Pflanzen angepasst – viele Insekten etwa ernähren sich nur von ganz bestimmten einheimischen Pflanzen. Die andere Gruppe von Neophyten breitet sich hingegen so stark aus, dass sie heimische Pflanzen verdrängt und somit der Tierwelt wertvolle Nahrungsquellen entzieht. Diese Neophyten sind invasiv und ein weiterer Grund für die abnehmende Biodiversität, also die Vielfalt von Lebensräumen, Tieren und ihren Genen. In der Schweiz gelten rund 50 Neophyten als invasiv oder potenziell invasiv.

Häufig kommen invasive Neophyten in Privatgärten vor, denn sie wurden dort in der Regel als Zierpflanze angepflanzt. Deshalb ist es ratsam, sie mit heimischen Pflanzen zu ersetzen. Damit wird die biologische Vielfalt erhöht und zahlreiche Insekten, Vögel und Schmetterlinge finden den Weg zurück in den Garten. Auf diese Weise wird der Garten ganz ohne Neophyten ein wertvoller Lebensraum für die heimische Tierwelt und ein spannender Erholungsraum für uns Menschen.

Weitere Informationen zu (invasiven) Neophyten: infoflora.ch