Eine Quartierbeiz auf vier Rädern

Zwischen Mai und Oktober ist in der Siedlung Allmend das sogenannte QuaMo stationiert. Die mobile Quartierbeiz lädt das ganze Quartier zum gemütlichen Beisammensein ein.

Ein Bauwagen als Quartiertreffpunkt? Das funktioniert sehr wohl und heisst in der Gemeinde Horgen «QuaMo», kurz für Quartiermobil. Seit 2017 wandert das QuaMo jeden Sommer von Quartier zu Quartier. Dieses Jahr steht es in der ABZ-Siedlung Allmend. Zwischen Mai und Oktober ist es nun Ort für Begegnungen und lädt alle Bewohnerinnen und Bewohner Horgens zum Spielen und gemütlichen Beisammensein ein. 2019 ist das QuaMo ein Projekt der ABZ-Siedlungskommission Allmend, der Gemeinde Horgen mit den Abteilungen Kind/Jugend/Familie, Alter und Gesundheit und Integration sowie von SAMOWAR, der Jugend- und Suchtberatungsstelle im Bezirk Horgen.

«Es läuft immer etwas»
Offen ist das QuaMo dienstags 9 bis 11 Uhr, mittwochs 14 bis 17 Uhr und donnerstags 17 bis 20 Uhr. Dienstags treffen sich Senioren zum Kaffee, mittwochs findet ein Kindertreff für Primarschüler statt und donnerstags öffnet die Feierabend-Bar mit Grill. Den Betrieb leiten Mitglieder der Siedlungskommission und Gemeindemitarbeitende. «Es läuft immer etwas und viele Bewohnerinnen und Bewohner zeigen Interesse», sagt Gorica Timotijevic, Co-Präsidentin der Siedlungskommission Allmend.

Eine veränderte Dynamik im Quartier aufgrund des QuaMo hat Timotijevic bereits nach wenigen Wochen festgestellt: «Es bilden sich weniger Einzelgrüppchen, die sich an unterschiedlichen Orten im Aussenraum aufhalten. Vielmehr sammeln sich alle um das QuaMo herum.» Sie findet es schön, wie Jung und Alt sowie junge Familien zusammenkommen und auch Menschen aus anderen Quartieren den Weg in die Siedlung finden. «Die vom QuaMo ausgestrahlte Unkompliziertheit mit dem Quartierbeiz-Charakter trägt sicher dazu bei», sagt Timotijevic. Entsprechend herrscht eine grosse Akzeptanz unter der Bevölkerung. «Und da es sich um ein Mobil handelt, löst es keine Ängste aus und könnte im schlimmsten Fall weggerollt werden», ergänzt Roland Pfenninger, Projektleiter QuaMo der Gemeinde Horgen.

Wenn der Schuh drückt
Für die Gemeinde Horgen eignet sich das QuaMo, um mit der Bevölkerung in einen ungezwungenen Austausch zu treten. Dabei nehmen sowohl die Gemeindemitarbeitenden als auch die Mitglieder der Siedlungskommission für die Bewohnerinnen und Bewohner die Rolle einer Vertrauensperson wahr. So bekommen sie ein Gefühl dafür, wo der Schuh drückt, und helfen weiter. «Es ist wichtig, hin und wieder ungeschminkt mitzuerleben, wie ein Quartier funktioniert», sagt Pfenninger. «Die Gemeindemitarbeitenden sind also quasi als Seismografen unterwegs, um soziokulturelle Eruptionen frühzeitig zu orten und darauf zu reagieren. Und die Siedlungskommission unterstützt sie dabei.»

Fotos: Tres Camenzind