Neu im ABZforum: Für mehr wertvollen Lebensraum – Teil 1

Für unsere Tier- und Pflanzenwelt sind intakte Lebensräume überlebenswichtig. In Anbetracht der weltweit sinkenden Artenvielfalt gilt es, diese Räume zu sichern. Dazu will die ABZ in ihren Siedlungen beitragen.

«Der Mensch macht der Natur den Garaus» – so titelt die «NZZ» im Mai nach der Veröffentlichung des ersten globalen Berichts des Weltbiodiversitätsrats. Dieser zeigt, dass die Biodiversität weltweit abnimmt. So auch in der Schweiz: Viele Arten haben ihre Lebensräume verloren und ihre Bestände haben sich reduziert: Gemäss Forum Biodiversität Schweiz hat sich beispielsweise die Moorfläche in den letzten 100 Jahren um 82 Prozent reduziert, in der Rhone sank die Anzahl Fischarten seit Mitte des 19. Jahrhunderts von 19 auf 5, und der Bestand der Feldlerche im Engadin hat innerhalb von 22 Jahren um zwei Drittel abgenommen.

Diese Fakten sollten aufrütteln. Denn wir Menschen sind auf die biologische Vielfalt angewiesen: Sie bietet uns sogenannte Ökosystemdienstleistungen als Basis für unser Überleben und Wohlbefinden. Dazu gehören etwa fruchtbare Böden, Nahrung, sauberes Wasser, frische Luft und die Regulierung des Klimas. Zudem gewinnen wir aus der Natur Medizin und sie ist Ort der Erholung.

Breites Handeln ist gefragt
Verantwortlich für den Rückgang von Biodiversität sind wir Menschen durch unseren Umgang mit der Natur. Eine Rolle spielen dabei zum Beispiel die intensive Landwirtschaft, die Gewässerverbauungen, der Bau von Strassen und Siedlungen, der Klimawandel und die Verbreitung von gebietsfremden Pflanzen.

In den vergangenen Jahrzehnten haben punktuelle Massnahmen zur Erhaltung von selten gewordenen Lebensräumen und zur Förderung von Tier- und Pflanzenarten beigetragen. Damit die biologische Vielfalt aber auch für die kommenden Generationen gestärkt werden kann, ist ein breites Handeln gefragt. So hat beispielsweise der Bund im Rahmen seiner Strategie «Biodiversität Schweiz 2017» einen Aktionsplan verabschiedet, und das Projekt von Grün Stadt Zürich «Mehr als Grün» hat das Ziel, trotz reger Bautätigkeit den Anteil an ökologisch wertvollen Flächen im Siedlungsgebiet auf dem heutigen Niveau von rund zehn Prozent zu halten.

Ebenso arbeitet die ABZ daran, mehr wertvolle Lebensräume zu schaffen. «Mit unseren grossen Flächen können und müssen wir einen Beitrag dazu leisten, dass unsere Artenvielfalt nicht weiter zurückgeht», sagt Nico Linggi, Bereichsleiter Bewirtschaftung bei der ABZ. Deshalb hat die ABZ ein Konzept zur Artenvielfalt verfasst. Darin sind Ziele definiert, welche die Biodiversität in unseren Siedlungen vorantreiben – zum Beispiel: siedlungsraumtypischen Arten mehr Lebensraum geben, einheimische Wildpflanzen setzen, die Vernetzung der Lebensräume verbessern und Feuchtzonen schaffen. Das passiert Schritt für Schritt, denn aus Ressourcengründen können nicht alle Siedlungen gleichzeitig aufgewertet werden. Im Rahmen von (Ersatz-)Neubauprojekten hingegen fliesst die Förderung der biologischen Vielfalt bereits in die Planung ein – wie etwa in der Siedlung Entlisberg 2.

Welche Massnahmen die ABZ bereits umgesetzt hat und warum die Bewohnerschaft eine wichtige Rolle beim Thema Biodiversität einnimmt, erfahren Sie in Teil 2.

Bilder: Tres Camenzind

Die Siedlung Hönggerberg hat einiges an Nahrung zu bieten.
Die Siedlung Hönggerberg hat einiges an Nahrung zu bieten.

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