Kunst in Aktion

Am Donnerstag, 19. April, bot sich dem Betrachter in der Siedlung Toblerstrasse Aussergewöhnliches: Mit Hilfe eines Krans wurde das Kunstobjekt "Strahler PD 18236" von Bob Gramsma an seinen Bestimmungsort gehoben.

Interview mit dem Künstler Bob Gramsma über sein Projekt

Was bedeutet der Titel Ihres Kunstobjekts Strahler, PD#18236 ?

Der Name setzt sich wie folgt zusammen: Strahler (auch Strahlner) werden die alpinen Kristall- und Mineraliensucher genannt.

PD:            public domain
18:             Jahr
236:           Inventarnummer 236

Was hat Sie zur Materialwahl des Objekts bewogen? Was gefällt Ihnen daran?

Der Boden, der zur  Schalung dient, hat die selben Elemente inne, wie der Beton, der die Hohlform abformt. Im Herstellungsprozess gehen Werkstoff und Boden eine Art Symbiose ein, dadurch wird die Umgebung zur Mitautorin des Werkes. Wie ein Abdruck übernimmt es Form, Spuren und Bedeutung aus seiner unmittelbaren Umgebung

Auf subtile Weise nimmt das Werk Kontakt auf mit der Umgebung, den Wohnbauten, der Landschaftsarchitektur, den Besucher und Anwohnern. Ort und Werk scheinen sich vordergründig fremd, passen aber nahtlos und gehen gar ineinander über bzw. auseinander fort -  ein Driften zwischen Fiktion und Friktion.

Was sind die nächsten Schritte im Kunstprojekt?

Nachdem die Halb-Schale betoniert wurde, wurde sie am 19. April aus dem Erdreich geborgen und wird demnächst mit Hochdruck gereinigt. Mit der Ausformung als Abguss tritt der Hohlraum, als 'Abdruck', als Ding, hervor. In der Woche vom 23. April wird die farbige Betonfläche eingebaut.

Die grosse plane Fläche wird in Scaliola-ähnlicher Manier (Stuckmarmor) eingebaut, geschliffen, gespachtelt und wieder geschliffen. Nur werden hier nicht Gips, sondern farbiger Zement, Sand und Steine verwendet, die durch unterschiedliche Knet-, Misch- und Schneidetechnik einen marmorähnlichen Look bekommen. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis der Beton mit seinen farbigen Sand- und Kieseinschlüssen den nötigen Schimmer bekommt.

Alle Arbeitsschritte und Techniken sind Teil der Formgebung. Was bleibt und sichtbar wird, ist ein grosses, rohes, edelsteinartiges Gebilde, Spuren von natürlichen Prozessen, agierender Kraft und subtilen Eingriffen.

Was wünschen Sie sich für das Projekt und die Siedlung?

  • Dass das Werk benutzt, beklettert, berührt und befragt wird.
  • Dass sich die Anwohner trauen, Fragen zu stellen, genau hinzuschauen und ihre Beobachtungen ernst zunehmen - denn eine richtige Interpretation gibt es nicht.
  • Durch Neugier und selbstbewusstes Erkennen und Be-Greifen lässt sich die Arbeit erschliessen...


Hinweis: Das Interview wurde schriftlich geführt. Bilder: Tres Camenzind.

Hier gehts zur Website des Künstlers Bob Gramsma. Er gewann mit seinem Objekt Strahler, PD#18236 die Kunst und Bau-Ausschreibung in der Siedlung Toblerstrasse.

Gramsma Strahler

Making Of: Der Film zur Entstehung

Winning Public Art Project:
Strahler, PD#18236
©Bob Gramsma

making of 1st part
ABZ-Siedlung Toblerstrasse, Zürich
Opening May 26, 2pm

 

Das Objekt wird transportfähig gemacht.
Das Objekt wird transportfähig gemacht.
Der Künstler Bob Gramsma ist an vorderster Front mit dabei.
Der Künstler Bob Gramsma ist an vorderster Front mit dabei.
Und zack - das Objekt ist in der Luft. Im Hintergrund zu sehen sind die Häuser der zweiten Etappe.
Und zack - das Objekt ist in der Luft. Im Hintergrund zu sehen sind die Häuser der zweiten Etappe.
Zwischendurch mal kurz verschnaufen...
Zwischendurch mal kurz verschnaufen...
Die Aufhänger werden nach der Platzierung des Kunstobjekts wieder weggefräst - sie dienten nur zu Transportzwecken.
Die Aufhänger werden nach der Platzierung des Kunstobjekts wieder weggefräst - sie dienten nur zu Transportzwecken.