ABZ-Mitglieder vergeben 500'990 Franken an gemeinnützige Projekte

Zum ersten Mal stimmten die Bewohnerinnen und Bewohner der ABZ darüber ab, wie die Gelder aus unserem Solidaritätsfonds eingesetzt werden. An einer Vergabekonferenz im Zürcher Kulturlokal Kosmos konnten sie gestern eine halbe Million Franken vergeben. Zur Auswahl standen 17 soziale, kulturelle und ökologische Projekte aus dem In- und Ausland mit Bezug zum Thema Wohnen.

«Solidarität ist ein Grundpfeiler der ABZ», sagte unsere Präsidentin Nathanea Elte zur Eröffnung der ersten Vergabekonferenz der ABZ. «Die schöne Aufgabe, solidarisch zu sein, geht einher mit einer grossen Verantwortung – unseren Fonds wollen wir schliesslich möglichst wirkungsvoll einsetzen.» Folglich wurde die Vergabe der Gelder auch rege diskutiert: 17 gemeinnützige Projekte beantragten zusammen 618'590 CHF – darunter viele Projekte von ABZ-Mitgliedern, Ausland-Projekte renommierter Hilfswerke und Bauprojekte anderer Baugenossenschaften. Rund 100 Bewohnerinnen und Bewohner versammelten sich, um darüber abzustimmen, was unterstützt werden soll. Sie durften nicht mehr als 500'000 CHF ausgeben und mussten sich also beschränken.

15 Anträge gutgeheissen
Nach drei Stunden und unzähligen Wortmeldungen war klar: 15 Projektanträge werden unterstützt, zwei abgelehnt. Total gehen damit 500'990 CHF aus dem Solidaritätsfonds der ABZ an diejenigen Projekte, welche die Vergabekonferenz am meisten überzeugt haben. Zum Beispiel ein Haus für geflüchtete Frauen auf Lesbos, für dessen Bau 19'000 CHF bewilligt wurden, die Einrichtung eines Erweiterungsbaus für Menschen mit Behinderung in Kloten, wofür 40'000 CHF gesprochen wurden, oder die Anschubfinanzierung von Genossenschaften in Südosteuropa, wofür 30'000 CHF bewilligt wurden. Schon zu Beginn der Konferenz stellte Elte klar: «Die hohe Qualität und die Vielfalt der eingereichten Projekte haben uns positiv überrascht.» Am Ende der Veranstaltung sicherte sie den Betrag von 990 CHF zu, um den die Konferenz das vorgegebene Budget überschritt.

Monatlich fünf Franken pro Haushalt
Jeder Haushalt der ABZ – insgesamt sind es über 5000 – zahlt monatlich fünf Franken an den Solidaritätsfonds. Über dieses Geld hat bis anhin der ABZ-Vorstand verfügt, meist wurde es nicht ganz ausgeschöpft. An der Generalversammlung 2018 stimmten die ABZ-Mitglieder einem neuen Reglement zu, das mehr Mitbestimmung der Bewohnenden bei der Verwendung der Gelder und eine Ausweitung des Verwendungszwecks vorsah. Daraus entstand die erste Vergabekonferenz, die am 24. Oktober 2019 in Zürich stattfand. Für 28 Projekte wurde Unterstützung beantragt, 17 wurden nach sorgfältiger Prüfung zur Konferenz zugelassen, 15 davon werden nun unterstützt. 11 Anträge entsprachen nicht den Kriterien des Solidaritätsfonds oder wurden zurückgezogen. Die nächste Vergabekonferenz findet am 29. Oktober 2020 statt, Anträge können ab März 2020 eingereicht werden.

Fotos: Tres Camenzind
Fotos: Tres Camenzind

Unterstützte Projekte