Strategieprozess ABZ 100+

Die Strategie wurde erstmals unter Einbezug der Genossenschafterinnen und Genossenschafter entwickelt. Denn es ist dem Vorstand ein besonderes Anliegen, dass die künftige Ausrichtung der ABZ breit verankert ist.

Weshalb ein Strategieprozess?

Was können wir heute tun, damit die ABZ auch im zweiten Jahrhundert ihres Bestehens erfolgreich wirken kann?

Um diese Frage zu beantworten, hat der Vorstand den Strategieprozess ABZ 100+ initiiert. Erstmals nahmen auch die Mitarbeitenden und Bewohner/innen aktiv am Strategieprozess teil. Auf diese Weise soll eine Strategie entwickelt werden, die in der ganzen Organisation verankert ist. Begleitet wird der Prozess von Elisabeth Bauer, externe Fachfrau für Strategieprozesse in Non-Profit-Organisationen.

Der Prozess

Der Strategieentwicklungsprozess lässt sich in drei Phasen einteilen. Daran schliesst sich der Umsetzungsprozess an, welcher die ABZ während längerer Zeit beschäftigen wird. Die Mitarbeitenden wirken in allen Phasen mit; die Mitglieder wurden in den ersten beiden Phasen einbezogen.

Die nachfolgende Grafik gibt einen Überblick über die verschiedenen Phasen:

- Analysephase (abgeschlossen): Was sind aus der Sicht von Mitgliedern, Vorstand, Mitarbeitenden und externen Fachpersonen die wichtigsten Chancen und Risiken im Umfeld der ABZ? Welches sind die wertvollsten internen Erfolgsfaktoren?

Phase der Grundsatzfragen (abgeschlossen): Welche Grundsatzfragen stellen sich auch angesichts der Resultate der Analysephase? Wie beantworten die Mitglieder die Grundsatzfragen?

- Konkretisierungsphase: Auf der Basis der Antworten der Mitglieder auf die Grundsatzfragen wird die Strategie ABZ 100+ formuliert und die Umsetzung geplant.

Zukunftskonferenz

"Gestalten Sie die Zukunft der ABZ mit!“ Diesem Aufruf folgte im März 2014 eine gemischte Gruppe von rund 60 Bewohnerinnen und Bewohnern aus verschiedenen ABZ-Siedlungen, Siko-Mitglieder sowie Vertreter/innen aus Vorstand, Geschäftsleitung und Personal. In wechselnden Gruppen diskutierten die Teilnehmer unter der Leitung der Firma frischer wind die Zukunft der ABZ. Als grösste Gefahren wurden steigende Bodenpreise und die Entsolidarisierung der Gesellschaft genannt. Zu den wichtigsten Chancen für ABZ zählten ihre Rolle als politische Meinungsführerin sowie die Umsetzung neuer Wohnkonzepte wie Wohnen und Arbeiten am selben Ort.

Für die Vertreter des Vorstands und der Geschäftsleitung war es eine schöne Bestätigung, dass die formulierten Hypothesen von den Versammelten als richtig empfunden wurden. Die Diskussionen über den ganzen Tag zeigten, welches Potenzial in der ABZ und ihren Bewohner/innen steckt und zeichnete ein sehr spannendes Zukunftsbild der ABZ. Die Resultate des Tages fliessen direkt in die Formulierung der strategischen Thesen ein. Vor den Sommerferien können sich alle ABZ-Bewohner/innen schriftlich zu strategischen Thesen äussern.

Journal

28. August 2014: Workshop mit den Mitarbeitenden

Fast alle Mitarbeitenden nehmen an der Grossgruppenveranstaltung im Restaurant Falcone teil. In gemischten Gruppen tauschen sie sich einerseits zu den Erfolgsfaktoren der ABZ und andererseits zu den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner aus. Welche Erfolgsgeschichten können sie erzählen und welche Veränderungen nehmen sie in ihrem Arbeitsalltag wahr? Unter anderem wird klar, dass immer unterschiedlichere Ansprüche an den Wohn- und Lebensraum und an das Zusammenleben in den Siedlungen gestellt werden, weil die Lebenssituationen und Lebensgeschichten der Bewohnenden zunehmend variieren.

19. September 2014: Vorstandsworkshop

Vorstand und Geschäftsleitung durchleuchten gemeinsam die wichtigsten Entwicklungen in der Wohnbaubranche. Für alle Beteiligten unbestritten ist, dass der Einfluss der Wohnbaugenossenschaften auch in Zukunft von grosser Bedeutung sein wird. In einem zweiten Schritt analysieren die Teilnehmenden das ABZ-Erfolgsmodell und suchen nach jenen Faktoren, welche die ABZ in der Vergangenheit erfolgreich gemacht haben, wie beispielsweise die gute und günstige Bauweise, welche die ABZ pflegt.

24. September 2014: Workshop mit U35

Wie will die junge ABZ-Generation in Zukunft wohnen, die Nachbarschaft gestalten und in der Genossenschaft mitwirken? 20 Bewohnerinnen und Bewohner zwischen 18 und 35 Jahren treffen sich im Quartierhaus Kreis 5 zu einem Austausch, der weit über die vereinbarte Zeit andauert. Es entstehen viele Ideen für das gemeinschaftliche Zusammenleben und es wird angeregt diskutiert, welche Rolle Wohnbaugenossenschaften in Zukunft für die Gesellschaft spielen werden.

September/Oktober 2014: Interviews mit Fachleuten

Die Mitglieder von Vorstand und Geschäftsleitung befragen 18 Expertinnen und Experten aus Architektur, Stadtentwicklung, Bauwirtschaft, Genossenschaftsbewegung, Politik, Soziologie oder Finanzwirtschaft. Thema der Interviews sind wichtige Entwicklungen, welche die Zukunft der ABZ im Sinne von Chancen oder Risiken beeinflussen können.

November 2014: Workshops mit Bewohner/innen 

Vor welchen Herausforderungen steht die ABZ heute und auf welche Erfolgsgeschichten kann sie aufbauen? Diese Fragen führen zu lebendigen und fruchtbaren Diskussionen unter den 60 Bewohner/innen, die an den drei dezentralen Veranstaltungen im Sihlfeld, in Oerlikon und in Wollishofen teilnehmen. Die Teilnehmenden tauschen sich über künftige wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen aus und diskutieren den Beitrag, welchen die ABZ als grösste Wohnbaugenossenschaft leisten könnte, damit auch in Zukunft günstiger Wohnraum zur Verfügung steht.

Mit ihren Erfolgsgeschichten machen die Teilnehmenden deutlich, dass engagierte Bewohnerinenn und Bewohner, die sich für das Zusammenleben in der Nachbarschaft und die Weiterentwicklung der Genossenschaft einsetzen, ein zentraler Erfolgsfaktor der ABZ darstellen. Gleichzeitig wird auch klar, dass es eine Geschäftsstelle braucht, welche offen für gemeinschaftsfördernde Ideen ist und Mitgliederinitiativen unterstützt.

Mitglieder-Umfrage Juni 2015

Mittels einer schriftlichen Umfrage können sich alle Bewohnerinnen und Bewohner zu den Strategischen Leitlinien äussern. Die Ergebnisse dienen dem Vorstand zur Formulierung der Strategie ABZ 100+.

Experteninterviews

Im Rahmen des Strategieprozesses ABZ 100+ haben Mitglieder der ABZ-Geschäftsleitung und des -Vorstands Gespräche mit Expert/innen aus der Immobilienwirtschaft, Genossenschaftsbewegung, Politik und Wissenschaft geführt. Diese wurden von Juni bis Oktober 2016 veröffentlicht:

Juni 2016: Interview mit François Höpflinger
Juli 2016: Interview mit Joris van Wezemael
August 2016: Interview mit Franco Taisch
September 2016: Interview mit Margrit Hugentobler
Oktober 2016: Interview mit Andreas Hofer