Sihlfeld


Wandmalereien (ca. 1930)

In den frühen Jahren wurden auch in der ABZ die Häuserfassaden mit Malereien verziert, mehrheitlich   mit idealisierten Szenen des bäuerlichen und dörflichen Lebens. Sie zeugen vom erstarkten Selbstwertgefühl der Arbeiterschaft, aus deren Kreisen die Wohnbaugenossenschaften Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden sind.

Ein schönes Beispiel sind die denkmalgeschützten Malereien von Wilhelm Hartung in der Siedlung Sihlfeld. Die dargestellten Idyllen erstaunen, stehen sie doch im Widerspruch zur damaligen gesellschaftlichen Realität: Die Interessen der Arbeiterschaft deckten sich keineswegs mit denen des Bauernstandes. Historiker/innen deuten die Malereien deshalb als Ausdruck der auch in Arbeiterkreisen weitverbreiteten Sehnsucht nach heiler Welt und familiärer Harmonie sowie als Zeichen einer versöhnlichen Stimmung gegenüber dem Bürgertum.

Weitere Wandmalereien zieren die Siedlungen Kanzlei, Neugasse, Herrlig und Oberwiesen. Eine Ausnahme, was die Sujets anbelangt, bilden die Wandmalereien der Siedlung Neugasse: Sie bringen den Stolz der Handwerker oder der Arbeiterschaft zum Ausdruck.