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23. Februar 2026 ABZ-Kommunikation

Grosser Auftritt für heimische Wildpflanzen

Zur Biodiversität können fast alle beitragen: zum Beispiel auf dem Balkon. Diese kleinen Flächen sind sogar besonders wertvoll für mehr Vielfalt in der Natur – und haben auch für die Balkonbesitzer:innen viele Vorteile.

Unsere Städte wachsen in die Höhe und werden dichter. Dabei gehen offene Böden, vielfältige Grünflächen und miteinander verbundene natürliche Lebensräume verloren. Versiegelung, Zerschneidung und der Einsatz ungeeigneter Pflanzenarten setzen der Biodiversität stark zu. Besonders betroffen sind spezialisierte Insekten wie Wildbienen (die übrigens nicht stechen), aber auch Schmetterlinge und viele Vogelarten. Ihnen fehlen Nahrung, Nistmöglichkeiten und Rückzugsorte. Gleichzeitig liegt ein enormes, oft unterschätztes Potenzial direkt vor unserer Balkontür: Auch ganz kleine Grünflächen wie Balkonkistchen und Pflanzentöpfe wirken als Teil eines städtischen Netzwerks wie Trittsteine – und schaffen so Verbindungen zwischen den grösseren Grünflächen. Für viele Tierarten sind solche Trittsteine entscheidend.

Jede Pflanze zählt
Das sollte uns alle interessieren, denn Biodiversität ist die Grundlage für funktionierende Ökosysteme. Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten bestäuben Pflanzen und sind Teil stabiler Nahrungsketten, Vögel regulieren wiederum Insekten-Populationen und verbreiten Samen. Die gute Nachricht ist: All diese Tiere finden neue Nahrungsquellen sehr schnell und schon einzelne geeignete Wildpflanzen werden zuverlässig angeflogen. Jeder Quadratmeter, ja sogar jede Pflanze, hat Wirkung.

Wer seinen Balkon naturnah gestaltet, erlebt das unmittelbar. Bald zeigt sich ein reger, aber leiser Flugverkehr, ein kleines Schauspiel. Zum Beispiel wenn Blattläuse auftauchen, folgen kurz darauf die Marienkäfer. Oder wenn die Samenstände im Herbst stehen gelassen werden, locken sie Vögel an und im Frühling zwicken Spatzen Zweige für den Nestbau ab. Und das funktioniert selbst auf wenigen Quadratmetern, mitten in der Stadt.

Fit für Biodiversität
Die ABZ setzt im Aussenraum zwar bereits konsequent auf Biodiversität: Ein umfassendes Artenvielfaltskonzept sorgt für naturnah gestaltete Grünflächen, Entsiegelung, regionale Pflanzen und vielfältige Lebensräume mit Hecken, Totholz und Sandlinsen. Balkone können diese Strategie aber sinnvoll ergänzen und die wirksame Fläche substanziell vergrössern. Sie möchten sich in der Siedlung dafür engagieren oder suchen Gleichgesinnte?
Willkommen in der WINK-Gruppe «Lebendige Balkone».


Jetzt kommt die richtige Zeit, sich um die Balkonbepflanzung zu kümmern. Übrigens: Am 22. Mai 2026 ist der Internationale Tag der Biodiversität, der perfekte Zeitpunkt, um sich ins Zeug zu legen. Wir freuen uns schon auf viele lebendige Biodiversitäts-Balkone – nachfolgend finden Sie zahlreiche Tipps, Tricks und Links zum Thema. Wir wünschen viel Erfolg und viel Freude!

Tipps und Tricks

Die wichtigsten Infos für Biodiversitäts-Anfänger:innen

  • Für einen lebendigen Balkon ist die richtige Pflanzenwahl das A und O: Viele gängige Zierpflanzen sind auf Optik gezüchtet und für Insekten praktisch wertlos. Heimische Wildpflanzen hingegen liefern Pollen und Nektar, sie wachsen auch in der freien Natur und sind unserem Klima angepasst. Hier finden Sie eine Übersicht über geeignete Pflanzen. Heimische Wildpflanzen sind aber oft nicht in Gartencentern zu finden, sondern in spezialisierten Gärtnereien (siehe unten eine Auswahl mit Onlineshops).
  • Vielfalt: Unterschiedliche Pflanzen haben unterschiedliche Blütezeiten, sodass vom Frühling bis in den Herbst immer Nahrung vorhanden ist. Auch Kräuter wie Salbei, Thymian oder Rosmarin entfalten ihren Wert erst, wenn man sie blühen lässt.
  • Pestizide haben auf einem lebendigen Balkon nichts verloren – sie zerstören ganze Nahrungsketten.
  • Torfhaltige Erde sollte vermieden werden. Viele Wildpflanzen bevorzugen magere Böden, angereichert mit Sand. Düngen ist meist überflüssig.
  • Grosse Pflanzgefässe erleichtern die Pflege, da sie weniger schnell austrocknen. Abzugslöcher verhindern Staunässe, frostfeste Materialien erlauben das Überwintern im Freien.
  • Wer Blattläuse, Raupen, Frassspuren oder eine gewisse Unordnung aushält, wird mit einem stabileren, langlebigeren System belohnt.

Wichtig sind zudem praktische Aspekte wie die Nutzlast bei grossen Trögen oder notwendige Bewilligungen für Befestigungen: Sie finden die wichtigsten Bestimmungen in der Gartenordnung – oder fragen Sie bei uns nach.

Inspiration für Profis und Ambitionierte

  • Besonders spannend ist das Beobachten und Dokumentieren: Welche Arten kommen? Wann? Solche Beobachtungen können in der WINK-Gruppe «lebendige Balkone» oder auch auf der Webseite stadtwildtiere.ch gemeldet werden und tragen dazu bei, naturnahe Balkone sichtbar zu machen.
  • Kletterpflanzen bringen zusätzliche Fläche ins Spiel, spenden Schatten und verbessern das Mikroklima.
  • Wer mehr will, kann Biodiversität und Nutzen kombinieren: essbare Pflanzen und Blüten sind für Mensch und Tier interessant. 
  • Grössere Sträucher oder sogar kleine Bäume (natürlich heimische) im Topf sind ebenfalls möglich und können ein tolles Ambiente kreieren.
  • Wer Blattläuse, Raupen, Frassspuren oder eine gewisse Unordnung aushält, wird mit einem stabileren, langlebigeren System belohnt.
Ausstellung Stadtgärtnerei Zürich

ABZ-Kommunikation

Für lebendige und lebenswerte Quartiere in und um Zürich.
Die grösste Wohnbaugenossenschaft der Schweiz.

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